HOHENAU-Schule

Lernen will gelernt sein

Auch das Lernen will gelernt sein

 

Neubeuern – Diese Erkenntnis nahmen über 100 Eltern mit nach Hause, die dem Vortrag der Referendarin des LVBN Lernen e.V., Meike Gottschalk, im Bürgersaal Neubeuern auf Einladung des Elternbeirats der Hohenau-Schule gespannt zugehört hatten.

„Falten sie ihre Hände zu einer Faust und legen sie diese aneinander. So sieht ihr Gehirn aus. Größer ist es nicht“, meint Gottschalk und fügt ernüchternd hinzu: „Gut sieben Vokabeln oder Zahlen in einer Folge können wir uns merken; wenn wir sie wiederholen, schaffen sie es vielleicht vom Ultrakurzzeitgedächtnis in die Lagerhalle unseres Gedächtnisses“ Das Ultrakurzzeitgedächtnis nimmt Informationen auf und leitet diese an das Kurzzeitgedächtnis weiter. Dort wird selektiert, Wichtiges ins Archiv transportiert und dort ablagert. 20 Minuten braucht die Langzeitspeicherung, die nicht durch Computerspiele, Fernsehen und mediale Aktion gestört werden sollte. „Das Gehirn ist durch Lernen im Wachstum, ebenso kann die Kapazität abnehmen, wenn es nicht genutzt wird“, erklärt die Referentin. Wiederholen ist für das Verankern sehr wichtig, ansonsten geht das Erlernte nach einem halben Jahr verloren.

Entsprechend des Lerntyps müssen Strategien des ökonomischen und effizienten Lernens erarbeitet und optimiert werden. So ist zwischen dem logisch-abstrakten, dem sicherheitsliebenden, dem kreativ-chaotischen und dem emotionalen Lerntypen zu unterscheiden. Ein Übergang zwischen den Kategorien ist oft festzustellen. Der logisch-abstrakte und sicherheitsliebende Typ folgt den Prinzipien seiner linken Gehirnhälfte, der Logik, während der kreativ-chaotische und emotionale Typ von der rechten Gehirnhälfte beeinflusst wird, dem Arbeiten mit kommunikativen und emotionalen Bildern. So reagieren die Kinder unterschiedlich auf die Vermittlung und Verarbeitung von Lerninhalten und –impulsen. Motivationsunterstützend wirkt immer positive Kritik, wie z.B. ,natürlich schaffst du morgen die Matheschulaufgabe. Du kannst es. Von 10 Aufgaben hast du 7 richtig gerechnet’.

Auch Tipps zum besseren Lernen bot Gottschalk an, wie die Kennzeichnung über farbliche Markierungen, das Kreieren von Bildern, den Gebrauch von Karteikästen, das Schaffen von Eselsbrücken und die Erinnerung an geläufige Merksprüche und –reime. „Lassen sie ihren Kinder auch ruhig einen Spickzettel schreiben. Darauf ist das Erlernte optimal zusammengefasst. In der Schule ist er natürlich tabu“, lautet ein weiterer Ratschlag von Gottschalk.

„Wir genossen einen kurzweiligen und lebendig vermittelten Vortrag mit vielen plastischen Beispielen über die Dauer von zwei Stunden mit dem Ziel, unsere Kinder typgerecht im Lernen für die Schule zu stärken und ihnen Verständnis entgegenzubringen. Wir haben heute Abend viel gelernt, nehmen Erkenntnisse mit nach Hause, die festgefahrene Strukturen aufbrechen, um den Kindern das Lernen zu erleichtern“, so der Dank von Günther Kessler, Rektor der Hohenau-Schule, an die Referentin.

Petra Reischl-Zehentbauer